Trinkgeld in Marokko: wie viel für Guides, Fahrer, Riads und Restaurants?
Wie viel Trinkgeld in Marokko, in Dirham und Euro: Restaurants, Riads, Gepäckträger, Fahrer-Guides, Kameltreiber, Trekking-Teams und Taxis, und wann man nichts gibt.
Von Ismail7 Min. Lesezeit
Trinkgeld ist in Marokko üblich und wird gern gesehen, Pflicht ist es aber nie. Bei kleinen Diensten rundet man auf, im Restaurant mit Bedienung gibt man etwa 10 %, und Guides und Fahrer bekommen am Ende der Reise einen Betrag pro Tag, in Dirham. Hier die üblichen Beträge für jede Situation, mit Euro-Werten bei etwa 11 Dirham pro Euro (Herbst 2026).
Die kurze Antwort
Diese Spannen tauchen in mehreren aktuellen Reiseführern und marokkanischen Quellen immer wieder auf. Ganz einig sind sie sich nicht: Sehen Sie sie als Richtwerte, nicht als Regeln. Für hervorragenden Service gibt man mehr, für schlechten weniger oder nichts.
| Situation | Übliches Trinkgeld | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Café | aufrunden oder 2–5 MAD | etwa 10 MAD, wenn Sie gegessen haben |
| Restaurant mit Bedienung | etwa 10 % | Rechnung auf Service prüfen |
| Garküche, Straßenstand | nicht erwartet | |
| Gepäckträger mit Karren bis zum Riad | 20–30 MAD (etwa 2–3 €) | mehr bei schwerem Gepäck |
| Zimmerreinigung | 10–20 MAD pro Tag (etwa 1–2 €) | oder ein gemeinsames Trinkgeld |
| Privater Fahrer-Guide | 100–200 MAD pro Tag und Gruppe (etwa 9–18 €) | am Ende der Reise |
| Lizenzierter Stadtführer | 100–200 MAD halber Tag, 150–300 MAD ganzer Tag, pro Gruppe | etwa 9–18 € / 14–27 € |
| Kameltreiber | 20–50 MAD pro Person (etwa 2–5 €) | für Hin- und Rückritt |
| Team im Wüstencamp | 20–50 MAD pro Person (etwa 2–5 €) | oft eine gemeinsame Box |
| Trekking-Team | 150–600 MAD pro Person für 4 Tage (etwa 14–55 €) | gemeinsam, am letzten Tag |
| Hammam-Personal | 20–50 MAD (etwa 2–5 €) | für die Person, die Sie geschrubbt hat |
| Petit Taxi | nicht erwartet | auf die nächsten 5 oder 10 MAD aufrunden |
| Parkwächter | 3–10 MAD | |
| Toilettenpersonal | 1–2 MAD | |
| Foto von Straßenkünstlern | 10–20 MAD (etwa 1–2 €) | vorher vereinbaren |
Restaurants und Cafés
In Restaurants der mittleren und gehobenen Klasse lohnt zuerst ein Blick auf die Rechnung. Manche schlagen eine Servicegebühr auf, meist 10 %, ausgewiesen als „service“ oder „service compris“: Dann ist alles Weitere freiwillig, ein paar Dirham für den Kellner kommen aber immer gut an. Die Zeile „TVA“ (10 % auf Restaurantessen) ist die Mehrwertsteuer, kein Service.
Ohne Servicegebühr sind etwa 10 % üblich, in gehobenen Lokalen laut manchen Reiseführern bis zu 15 %. Auf eine Kartenzahlung lässt sich meist kein Trinkgeld aufschlagen: Geben Sie es bar, am besten direkt dem Kellner.
Im Café runden Sie auf oder lassen 2 bis 5 Dirham nach einem Minztee liegen, rund 10, wenn Sie gegessen haben. An Garküchen und Straßenständen erwartet niemand Trinkgeld. Unser Ratgeber zu den Garküchen auf dem Jemaa el-Fna erklärt, wie der Abendmarkt funktioniert und wie man nicht zu viel zahlt.
Riads und Hotels
Autos kommen in den größten Teil der Medina nicht hinein, deshalb bringt oft ein Träger Ihr Gepäck auf einem Karren zum Riad. Rechnen Sie mit 20 bis 30 Dirham, mehr bei schwerem Gepäck oder langem Weg. Wenn er nicht vom Riad geschickt wurde, sondern am Parkplatz wartet, vereinbaren Sie den Preis, bevor er etwas auflädt. Im Hotel bekommt der Page, der die Koffer aufs Zimmer bringt, 10 bis 20 Dirham.
Zimmerreinigung: 10 bis 20 Dirham pro Tag, im Zimmer hinterlegt. In einem Riad putzen, servieren das Frühstück und kochen oft dieselben wenigen Leute, und viele Häuser haben eine gemeinsame Trinkgeldbox. Fragen Sie an der Rezeption, ob das Trinkgeld geteilt wird. Wenn ja, ist ein Umschlag am Ende einfacher: Reiseführer nennen etwa 50 bis 100 Dirham pro Zimmer und Nacht für das ganze Team. Wer ein bestelltes Abendessen gekocht hat, kann auch direkt 20 bis 50 Dirham bekommen.
Guides, Fahrer und das Wüstenteam
Trinkgelder sind im Preis unserer Reisen nicht enthalten: Jede Reiseseite führt sie unter „nicht inbegriffen“. Ob und wie viel Sie unseren Guides und Fahrern geben, liegt ganz bei Ihnen.
Privater Fahrer-Guide
Auf einer mehrtägigen Privatreise erhält ein Fahrer-Guide üblicherweise etwa 100 bis 200 Dirham pro Tag für die Gruppe, am Ende überreicht: 300 bis 600 Dirham (etwa 27–55 €) für drei Tage. Jeden Abend ein wenig zu geben, ist ebenso in Ordnung.
Örtliche Guides in Städten und in Ait Ben Haddou
Lizenzierte Stadtführer bekommen meist 100 bis 200 Dirham für einen halben und 150 bis 300 für einen ganzen Tag, pro Gruppe, so auch bei unserer privaten Stadtführung in Marrakesch. In Ait Ben Haddou ist der örtliche Guide freiwillig und in unseren Touren nicht enthalten: Vereinbaren Sie sein Honorar vorher; ein Trinkgeld obendrauf ist Ihre Entscheidung.
Kameltreiber und Personal im Wüstencamp
Auf unserer 3-tägigen Wüstentour nach Merzouga reiten Sie bei Sonnenuntergang etwa zwei Stunden in die Dünen des Erg Chebbi und nach Sonnenaufgang zurück. Der Kameltreiber, der Sie führt, bekommt meist 20 bis 50 Dirham pro Person. Köche, Kellner und Musiker im Camp erhalten ihr Trinkgeld oft über eine gemeinsame Box oder den Campleiter, ebenfalls etwa 20 bis 50 Dirham pro Person. Sehen Sie keine Box, fragen Sie nach: So bekommen auch die Leute im Hintergrund ihren Anteil.
Trekking: Guide, Maultiertreiber und Koch
Auf einem Trekking im Atlas gibt die Gruppe dem Team meist am letzten Tag ein gemeinsames Trinkgeld, den größten Teil für den Guide, den Rest für Maultiertreiber und Koch. Die Empfehlungen gehen weit auseinander: von 150–200 Dirham pro Person für ein ganzes Trekking von vier bis sieben Tagen bis zu 100–150 Dirham pro Person und Tag. Bei unserem 4-tägigen Toubkal-Trekking sind das etwa 150 bis 600 Dirham pro Person. Warum am Toubkal ein lizenzierter Guide Pflicht ist, erklärt unser Ratgeber zur Besteigung des Toubkal.
Wie man es überreicht
Falten Sie die Scheine oder stecken Sie sie in einen Umschlag, und geben Sie sie jeder Person direkt mit einem Dankeschön, statt alles einer einzigen Person, es sei denn, das Team sagt Ihnen, dass es teilt.
Kleine Trinkgelder im Alltag
- Parkwächter (gardiens de voitures): etwa 3 bis 10 Dirham, je nach Viertel und Parkdauer.
- Toilettenpersonal: 1 oder 2 Dirham in die Schale.
- Hammam: 20 bis 50 Dirham für die Person, die Sie schrubbt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum marokkanischen Hammam.
- Hilfe, um die Sie gebeten haben, etwa jemand, der eine schwere Tasche trägt oder Sie zu einer unauffindbaren Tür bringt: 5 bis 10 Dirham.
- Künstler auf dem Jemaa el-Fna: Musiker und Schlangenbeschwörer erwarten für ein Foto eine Münze; vereinbaren Sie den Betrag vorher, meist 10 bis 20 Dirham.
- Tiere: Lehnen Sie Fotos mit Affen und Schlangen ab. Die Affen sind Berberaffen, eine gefährdete Art, die für dieses Geschäft der Wildnis entnommen wird, und ein im Januar 2026 von Hespress aufgegriffener Bericht hält fest, dass Tierhalter Besuchern die Tiere manchmal ungefragt umlegen und dann Geld verlangen.
Taxis
Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld. Im Petit Taxi bestehen Sie auf dem Taxameter und runden, wenn Sie möchten, auf die nächsten 5 oder 10 Dirham auf: 36 auf der Uhr, Sie geben 40. Die Flughafentaxis in Marrakesch fahren zu festen Tarifen nach Zonen: Sie zahlen den festgelegten Preis, mehr nicht. Tarife und den Taxischalter am Flughafen finden Sie in unserem Ratgeber Unterwegs in Marokko.
Bargeld, Währung und Umgangsformen
Trinkgeld gibt man bar. Scheine gibt es zu 20, 50, 100 und 200 Dirham, Münzen bis 10 Dirham: Heben Sie 20-Dirham-Scheine und 5- und 10-Dirham-Münzen auf, denn einen 200er kann im Café oder Taxi kaum jemand wechseln. Unser Artikel über Geld in Marokko erklärt Geldautomaten und wie man an Kleingeld kommt.
Geben Sie Dirham, keine Euro: Ausländische Münzen kann man in keinem marokkanischen Laden ausgeben, dem Empfänger nützen sie also wenig.
Überreichen Sie es diskret, mit der rechten Hand und einem schukran („danke“). Trinkgeld ist ein Dankeschön, keine Gebühr: Nach schlechtem Service schulden Sie nichts.
Wann man kein Trinkgeld gibt
- Hilfe, um die Sie nicht gebeten haben. Wer Ihnen ungefragt den Weg zeigt oder behauptet, eine Gasse oder ein Monument sei „geschlossen“, und Sie woandershin lotst, kassiert oft eine Provision in einem Laden. Sie schulden ihm nichts.
- Falsche Guides. Die Reisehinweise der britischen Regierung warnen, dass Menschen, die sich als offizielle Guides ausgeben, Touristen bedrängen; ein Guide in der Medina sollte einen offiziellen Ausweis tragen.
- Druck oder schlechtes Gewissen. Eine Nachforderung nach einem vereinbarten Preis verdient ein ruhiges la, schukran („nein, danke“), während Sie weitergehen.
Unser Artikel Ist Marokko sicher für Touristen? behandelt die gängigen Maschen.
Wie viel man einplanen sollte
Diese Beispiele zählen einfach die Spannen von oben zusammen.
Eine 3-tägige Wüstentour zu zweit:
- Fahrer-Guide: 3 Tage × 100–200 MAD = 300–600 MAD
- Kameltreiber: 2 × 20–50 MAD = 40–100 MAD
- Campteam: 2 × 20–50 MAD = 40–100 MAD
- insgesamt etwa 380–800 MAD (35–75 €), dazu etwa 10 % aufs Mittagessen
Eine Woche Marrakesch zu zweit, ein Riad-Zimmer:
- Riad-Team: 7 Nächte × 50–100 MAD = 350–700 MAD
- ein ganztägiger Stadtführer: 150–300 MAD
- Gepäckträger bei Ankunft und Abreise: 40–60 MAD
- ein Hammam pro Person: 40–100 MAD
- Cafés, Toiletten und Taxis: etwa 10–20 MAD pro Tag = 70–140 MAD
- insgesamt etwa 650–1.300 MAD (60–120 €), dazu etwa 10 % auf Restaurantessen
Den Rest des Budgets finden Sie in unserem Ratgeber Was kostet eine Reise nach Marokko?
Sie wissen nicht, was Sie für eine bestimmte Reise einplanen sollen? Fragen Sie uns vor der Abreise per WhatsApp, und wir sagen Ihnen, wer sich unterwegs um Sie kümmert.

